noervenich 8990 Über die Entstehung einer christlichen Gemeinde in Nörvenich gibt es keine sichere Nachricht. Auch aus dem Patrozinium des merowingischen Heiligen lassen sich keine sicheren Schlüsse ziehen. 1177 wird urkundlich die Pfarre Nörvenich genannt: Gräfin Aleidis von Molbach-Nörvenich, ihre Tochter und ihr Schwiegersohn Graf Wilhelm II. von Jülich schenken von ihrem Besitz in Rath, Pfarre Nörvenich, zur Gründung eines Stiftes am Niederrhein. 1386 wird ein Pfarrer Johannes Schoif erwähnt. Der Pfarrer Conrad Flocken (1646-1694) aus Hasselsweiler ist Erbauer der jetzigen Kirche. Bis 1802 gehörte Nörvenich zum Dekanat Bergheim

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Im Jahre 782 erhielt das Kloster Nivelles Besitz in Binsfeld als Erbgut eines Mädchens namens Ricburgis. Zu dem Gut gehörte eine (Eigen-Kirche), die der Gründerin von Nivelles, der hl. Gertrud, geweiht wurde. Bis ins 16. Jh. verlieh das Gertrudenstift in Nivelles die Pfarstelle, 1550 trat es dieses jus collationis an die Herren von Binsfeld ab. Um diese Zeit wurde eine neue Kirche gebaut. 


eschweiler-ue-feld 8999 Eschweiler über Feld gehört zu den "Urpfarreien", hatte also eine bischöfliche (Eigen-)Kirche. Als 1003 Erzbischof Heribert (999-1021) mit der Errichtung des Klosters Deutz begann, schenkte er diese Kirche dem Kloster. Heriberts Nachfolger statteten das Kloster in den Jahren danach noch weiter mit Landbesitz in Eschweiler aus. Als der Kölner Dompropst 1739 dem Abt von St. Heribert die Kollation streitig machen wollte, wies dieser nach, daß durchweg Benediktiner von Deutz die Pfarrstelle innehatten. 

wissersheim-8963 Wissersheim wird urkundlich zuerst 836 genannt. Damals schenkte Ludwig der Fromme seinem Getreuen Hruotbert Güter in Wistrikisheim mit daraufstehenden Gebäuden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich unter diesen auch eine Kapelle für die Bewohner des Königshofes befunden hat. Pfarrei war Wissersheim schon um 1300, sie gehörte damals zum Dekanat Bergheim. Im 16. Jh. war das Stift Münstereifel Kollator der Pfarrstelle, für die 1583 vorhandene Muttergottesvikarie hatte die Gemeinde zu sorgen. 

frauwuellesheim-9006 Am 6. Dezember 1846 wurde Frauwüllesheim zur Pfarre erhoben. Bis dahin war der Ort Kapellengemeinde in der Pfarre Binsfeld. Die Herren von Binsfeld waren die Kollatoren der Kapelle. Der Pfarrer von Binsfeld war 1559 gleichzeitig Rektor von Frauwüllesheim. 1200 erhielt das Kloster Schillingskapellen in Frauwüllesheim Landbesitz. Im 8. Jh. soll die hl. Plektrudis das von ihr gegründete Stift St. Maria im Kapitol mit Grundbesitz in Frauwüllesheim ausgestattet haben. Vielleicht wurde danach für die dort Ansässigen eine Kapelle errichtet. Bis in die 50er Jahre des 20. Jhs war Frauwüllesheim Wallfahrtsziel. 

hochkirchen 8981 Es ist urkundlich nicht zu belegen, seit wann es in Hochkirchen eine christliche Gemeinde gibt. Im Vertrag von Meersen 870 wird "Hoenkirche" unter den Orten genannt, die zum Gebiet Ludwigs des Deutschen kamen. Zu der Zeit war die Kirche im Besitz des Erzbischofs von Köln. Vor 1066 kam ein Teil an das Kloster Siegburg. 1194 schenkte der Graf von Hochstaden seinen Patronat dem Kloster Hamborn, das bereits 1299 seine Rechte an Steinfeld abtrat. Die Abtei Steinfeld erhielt 1495 auch den Siegburger Anteil und war nun allein Kollator der Pfarre Hochkirchen

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Kapelle zur hl. Märtyrerin Margareta in Dorweiler. Zweischiffiger Bau, Buntsandstein mit römischem Altmaterial und Backstein, eingezogener niedriger Rechteckchor, barocker Westvorbau mit Dachturm aus Holz; nördliches Seitenschiff in gotischer Zeit (?) abgebrochen, 1952-1960 wieder errichtet als Beichtkapelle und Sakristei von Architekt Heinrich Richartz, Düren.

50 Sitz- und 65 Stehplätze.

 

Würdigung: Der Bau markiert sehr deutlich die Mitte des Dorfes und weist auf eine Christliche Bautradition seid der Römerzeit hin.

Literaturhinweis: s. Impressum

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Kapelle zum hl. Petrus (Titel: "Petrus in Ketten") in Poll

Rechteckige Kapelle mit flachem eingezogenem Chorgeviert (trapezförmig), dreiseitig geschlossen; Langhaus aus Bruchstein und römischem Baumaterial, im Osten aus dem 12. Jh., nach Westen im 15./16. Jh. verlängert, Änderungen im 16. u. 17. Jh., Nordwand ohne Fenster, südlich Sakristeianbau aus 20. Jh.

Die Kirche lag früher am Rand des Dorfes zum freien Feld hin. Durch das Anwachsen des Dorfes ist diese Tradition, die vermutlich auf die römische Vergangenheit zurück geht, ist heute sehr verfälscht. Dennoch zählt sie zu den beeindruckenden sehr frühen Dorfkirchen.

Literaturhinweis: s. Impressum

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Kapelle St. Antonius Oberbolheim Die Kapelle zum hl. Einsiedler Antonius in Oberbolheim ist in ihrer heutigen Erscheinung aus dem 17. Jh., im Kern aus dem 11. Jh. 1978 wurde sie instandgesetzt nach Plan von Architekt Heinrich Richartz, Düren.

Durch die Erweiterung des Militärflugplatzes Nörvenich wurde die gesamte Ortschaft Oberbolheim umgesiedelt. Nur die Kirche blieb erhalten und liegt heute alleine inmitten eines kleinen Friedhofs.

 

Die katholische Pfarrei St. Josef wurde am 01.01.2010 von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff durch Fusion der bis dahin selbstständigen Pfarrgemeinden St. Medardus, St. Gertrud, St. Heribert, St. Mariä Heimsuchung, St. Viktor, St. Nikolaus und St. Martinus errichtet. Zum Namenspatron der neuen Pfarrei bestimmten die Gremien den Hl. Josef. Pfarrkirche der neuen Pfarrei wurde St. Medardus Nörvenich. Die anderen Kirchen erhielten unter Beibehaltung ihrer Patronate den Status einer Filialkirche. Ein zentrales Pfarrbüro und ein zentrales Verwaltungsbüro wurden im Pfarrhaus Nörvenich (Hirtstr. 3) eingerichtet.