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Im Jahre 782 erhielt das Kloster Nivelles Besitz in Binsfeld als Erbgut eines Mädchens namens Ricburgis. Zu dem Gut gehörte eine (Eigen-Kirche), die der Gründerin von Nivelles, der hl. Gertrud, geweiht wurde. Bis ins 16. Jh. verlieh das Gertrudenstift in Nivelles die Pfarstelle, 1550 trat es dieses jus collationis an die Herren von Binsfeld ab. Um diese Zeit wurde eine neue Kirche gebaut. 


Zur Pfarrei gehörten die Kapelle in Bubenheim, die wegen Baufälligkeit 1894 abgebrochen werden musste und ohne Nachfolgerin blieb und die Filiale Frauwüllesheim. Letztere wurde 1847 selbständige Pfarre. Binsfeld war bis 1804 Pfarre im Landdekanat Bergheim, dann bis 1827 Sukkursale im Kanton Düren und anschließend Pfarre im Dekanat Düren, kam 1957 zum Dekanat Nörvenich und gehört seit 23. August 1973 zum neuen Dekanat Nörvenich-Vettweiß.

 

Pfarrkirche zur hl. Gertrud von Nivelles: Über Vorgängerbauten der jetzigen Kirche ist bisher nichts bekannt. Im 16. Jh. trat eine Hallenkirche an die Stelle einer älteren Anlage. Der Hauptaltar wurde am 13. Mai 1701 geweiht. 1877 erweiterte man diese Kirche um ein Joch und den vorgesetzten Westturm nach Plänen von Heinrich Wiethase. 1945 wurde der Chor zerstört und die Kirche beschädigt, bis 1952 wieder aufgebaut. Die barocken Seitenaltäre wurden nach 1965 entfernt. (Jetzt im Bistumsmagazin)

 

Dreischiffige Hallenkirche in vier Jochen, Chorjoch und dreiseitiger Chorschluß, dreigeschossiger Westturm mit achtseitigem spitzem Helm. Zweigeschossige Sakristei an der Nordseite des östlichen Langhausjoches. – Bemerkenswert ist die reiche Ranken-Ausmalung aus 16. und 19. Jh. - 160 Ebenso ein Holzkreuz mit Kruzifixus, lebensgroß, aus ca. 1530. - Madonnastatue, aus 16. Jh(?). - Epitaph der Familie von Binsfeld, Marmor, auf niedrigem Sokkel an der Nordwand des Chores, 17. Jh

 

Würdigung: Der eindrucksvolle gotische Raum hat sich in seiner ursprünglichen –Gestalt erhalten und eignet sich für eine Dorfgemeinde insbesondere als identifikationsstiftend. Im Zuge der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils wurde der Chorraum relativ früh umgestaltet. Der Gotische Altarblock wurde dabei in das 1. Chorjoch vorgezogen. Der übrige Chor wurde so freigestellt, dass für die liturgische Feier genügend Raum zur Verfügung steht. Die übrigen neuen Ausstattungsstücke sind von A. Sous Würselen.

 

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