eschweiler-ue-feld 8999 Eschweiler über Feld gehört zu den "Urpfarreien", hatte also eine bischöfliche (Eigen-)Kirche. Als 1003 Erzbischof Heribert (999-1021) mit der Errichtung des Klosters Deutz begann, schenkte er diese Kirche dem Kloster. Heriberts Nachfolger statteten das Kloster in den Jahren danach noch weiter mit Landbesitz in Eschweiler aus. Als der Kölner Dompropst 1739 dem Abt von St. Heribert die Kollation streitig machen wollte, wies dieser nach, daß durchweg Benediktiner von Deutz die Pfarrstelle innehatten. 

Bei der Organisation des ersten Bistums Aachen wurde 1804 Eschweiler mit den Wohnplätzen Hommelsheim, Kauweiler und Ollesheim "Unterpfarre" im Friedensgerichtsbezirk Düren mit der dortigen Annakirche als "Oberpfarre" für diesen Bezirk. Bei der Einführung der Dekanatsordnung im wiedererrichteten Erzbistum Köln kam die Pfarre zum Dekanat Düren und 1925 zum neuen Dekanat Nörvenich.

Auch in Ollesheim war eine bischöfliche Kirche. 1240 erhielt diese als Patronatsherren den Dompropst und die Äbtissin von St. Maria im Kapitol zu Köln. Im liber valoris ist Ollesheim als Pfarre im Dekanat Bergheim aufgeführt. 1325 besaß der Aachener Kanoniker Robinus de Foresto die Pfarrpfründe. Anfang 15. Jh. war der Herzog von Jülich Kollator, 1463 wurde die Kirche als Schenkung dem Kölner Antoniterkloster inkorporiert. 1559 war Ollesheim "Moderkirch" mit der Filiale Oberbolheim. Der Ort selbst hatte nur drei Höfe. 1804 kam die Kirche zur neuerrichteten Pfarre Oberbolheim. 1808 wurde Ollesheim der Pfarre Nörvenich unterstellt, bei der es bis zum 1. Juli 1966 verblieb. Mit diesem Datum wurden Ollesheim und Kauweiler nach Eschweiler-über-Feld umgepfarrt. - Gemäß der Ortsüberlieferung hat der Schottenmönch Timerlinus in Ollesheim das Christentum gepredigt und ist hier auch bestattet und bis heute verehrt. Sein Gedenktag ist der 5. Oktober.

 

Pfarrkirche zum hl. Bischof Heribert. Ende des 19. Jahrhunderts wies die Kirche in Eschweiler-über-Feld so große Schäden auf, dass sie nicht mehr benutzt werden konnte. Nach Beschaffung eines Baugrundstücks wurde nach Plänen von Architekt Roß, Köln, die jetzige Kirche gebaut und am 6. Mai 1896 geweiht. Baureste der alten Kirche befinden sich noch auf dem Friedhof.

Backsteinbau aus 1894/95, einschiffige Halle mit dreiseitigem Chorschluß, an den Chor angebaute Sakristeien, vorgebauter Westturm. 150 Sitz- und 180 Stehplätze.

 

Würdigung: Die Kirche ist eine typische Dorfkirche ihre Zeit mit dazugehöriger Ausstattung. Die Umgestaltung im Sinne der Liturgiereform erfolgte nur unzureichend in Eigenregie der Gemeinde.

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