frauwuellesheim-9006 Am 6. Dezember 1846 wurde Frauwüllesheim zur Pfarre erhoben. Bis dahin war der Ort Kapellengemeinde in der Pfarre Binsfeld. Die Herren von Binsfeld waren die Kollatoren der Kapelle. Der Pfarrer von Binsfeld war 1559 gleichzeitig Rektor von Frauwüllesheim. 1200 erhielt das Kloster Schillingskapellen in Frauwüllesheim Landbesitz. Im 8. Jh. soll die hl. Plektrudis das von ihr gegründete Stift St. Maria im Kapitol mit Grundbesitz in Frauwüllesheim ausgestattet haben. Vielleicht wurde danach für die dort Ansässigen eine Kapelle errichtet. Bis in die 50er Jahre des 20. Jhs war Frauwüllesheim Wallfahrtsziel. 

- Isweiler war 1583 mit seiner Nikolauskapelle der Pfarre Kelz unterstellt. Am 3. September 1964 kam die Ortschaft an die Pfarre Frauwüllesheim.

 

Pfarrkirche unter dem Titel Mariä Heimsuchung. Laut einer verlorengegangenen Inschrift hat 1123(?) am 30. Dezember der Speyerer Bischof Bruno, Graf von Saarbrücken (1107-1123) einen Altar in Frauwüllesheim geweiht. Die heutige, um die Wende vom 13. zum 14. Jh. erbaute Kirche gehört zu den" feinsten Bauten der Kölner Dombauhütte". Man hat wahrscheinlich mit dem Bau des Chores begonnen, danach das etwas höhere Langschiff in einer etwas nach links verschobenen Achse angesetzt. Die Sakristei und die Vorhalle wurden bei der gründlichen Restaurierung durch Heinrich Wiethase 1875-80 angebaut. Nach Beschädigung im 2. Weltkrieg musste die Sakristei erneuert werden (1955) durch J. Hanrath, Düren. Am 28. Juli 1990 wurde der neue Hochaltar von

Einschiffiger Rotsandsteinbau, drei Joche im Langschiff, dreiseitiger Chorabschluß, Dachreiter am Ostende des Langschiffes. 90 Sitz- und 100 Stehplätze.

 

Hochaltar, Sandstein, H. 103 cm, B. 101 cm, T. 81 cm, aus 1990, Titus Reinarz. - Ambo, Sandstein, H. 120 cm, aus 1986, Titus Reinarz, Sinzig. - Figuren: Sitzende Madonna, Wallfahrtsbild, Holz, 19.(?) Jh.; Hl. Drei Könige, Holz, H. 65 cm, um 1400, Köln, (Köpfe Ende 19. Jh.); Hl. Brigida, 2. Pfarrpatr., Gips. - Kreuzigungsgruppe, Holz: Kruzifixus, 16./17. Jh., H. 160 cm, Maria und Johannes, H. 115 cm, 15./16. Jh.

Altarkreuz, mit Kreuzpartikel, Messing, H. 56 cm, aus 1874.

  

Würdigung: Die Kirche zählt zu den feinsten durchgestalteten frühgotischen und damit bedeutendsten Kirchbauten im Rheinland. Sie stand in großer Verwandtschaft zur Annakirche in Düren, die im 2. Weltkrieg verloren gegangen ist. Die Figurengruppe der Hl. Drei Könige sowie die Kreuzigungsgruppe sind auch für das ges. Rheinland als sehr bedeutend zu bezeichnen.

 
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