hochkirchen 8981 Es ist urkundlich nicht zu belegen, seit wann es in Hochkirchen eine christliche Gemeinde gibt. Im Vertrag von Meersen 870 wird "Hoenkirche" unter den Orten genannt, die zum Gebiet Ludwigs des Deutschen kamen. Zu der Zeit war die Kirche im Besitz des Erzbischofs von Köln. Vor 1066 kam ein Teil an das Kloster Siegburg. 1194 schenkte der Graf von Hochstaden seinen Patronat dem Kloster Hamborn, das bereits 1299 seine Rechte an Steinfeld abtrat. Die Abtei Steinfeld erhielt 1495 auch den Siegburger Anteil und war nun allein Kollator der Pfarre Hochkirchen

Steinfelder Kanoniker waren Pfarrer und Kapläne in Hochkirchen, Dorweiler und Poll. 1802 wurde Hochkirchen Sukkursale (=Pfarre) im Kanton Düren mit der Annakirche als Hauptpfarre. 1925 kam die Pfarre zum neuen Dekanat Nörvenich.

Dorweiler mit seiner Kapelle gehörte schon im Mittelalter zum Kirchspiel Hochkirchen. Bei der Organisation des ersten Bistums Aachen 1802 kam die "Hülfskapelle" zur Sukkursale Pingsheim im Kanton Lechenich, 1804 zu Nörvenich im Kanton Düren. Bei der Organisation des wiedererrichteten Erzbistums Köln 1825 wurde es wieder Hochkirchen zugeteilt.

Die Kapelle in Poll war ebenfalls der Pfarre Hochkirchen unterstellt; nur in der Zeit von 1802-1804 gehörte der Ort zur Pfarre Nörvenich.

Pfarrkirche zum hl. Viktor und hl. Hermann Josef. Die Kirche steht auf den Fundamenten einer römischen Villa, die vermutlich auch eine Jupiterverehrungsstätte war. Ausgrabungen ergaben eine erste Holzkirche aus dem 9. Jahrhundert (Schwellbalkenkirche). Im 11. Jahrhundert trat eine Steinkirche mit Westturm an deren Stelle. Etwa 1180 wurde eine dreischiffige Basilika errichtet, deren Turmanlage mit Michaelskapelle heute noch steht. Um 1500 baute man das Mittelschiff (wegen Zerstörung der Kirche?) zu einer spätgotischen Hallenkirche um und errichtete eine neue Südwand, das Chorgeviert erhielt die Sternwölbung. 1747 war das nördliche Seitenschiff in seiner heutigen Gestalt gebaut. 1964/1982 Renovierung durch Jean J. Keller, Düren.
Altarweihe am 9. Oktober 1972.

Zweischiffige Bruchsteinkirche mit Chorgeviert und zweigeschossigem Westturm mit barocker Haube, spätgotisch gewölbt. Das Mittelschiff ist eine mit zwei achteckigen Säulen gestützte Halle.
150 Sitz- und 160 Stehplätze.

Michaelskapelle aus ca. 1180 im Turmobergeschoss, Kreuzgratgewölbe. Weihe des Hermann-Josef-Altars am 15. Mai 1983.


Würdigung: Die bedeutende Kirche hebt sich durch ihre bemerkenswerte Baugeschichte hervor, die ihre Spuren seit römischer Zeit am Bauwerk hinterlassen hat.
Die Michaelskapelle ist neben ihrer großen Schwester in Steinfeld die einzige ihrer Art im Bistum Aachen.

Zu der Anlage in Hochkirchen gehört der sogn. Steinfelder Hof der nur noch in seinem Südflügel z.T. erhalten ist, der in seinem Grundriss der entsprechenden Anlage in Ripsdorf (Blankenheim) , ebenfalls eine Steinfelder Dependance entspricht.

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